Das Koordinatensystem der Sterne

Das Koordinatensystem der Sterne

Selbst als geübter Sternengucker ist es nicht immer einfach, seltenere Sternbilder, astronomische Phänomene oder einzelne Sterne am Himmel zu finden. Dies liegt an der Vielzahl der Objekte. Eine Orientierung nur über Fixsterne fällt da schwer.

Viele Astronomen nutzen zur Orientierung deshalb das sogenannte „Koordinatensystem der Sterne“.

Das Problem: Der Himmel ist keine Scheibe. Anders als bei einer Landkarte, kann man ihn nicht einfach in X- und Y-Koordinaten unterteilen.

Man braucht also mindestens drei Werte, um die Position eines Objektes am Himmel zu bestimmen. Man spricht deswegen von der „sphärischen Astronomie“.
Diese muss man verstehen, um die fundamentalsten Fragen der Astronomie beantworten zu können.

coordinates

Es gibt sogenannte Fixsterne, die unabhängig von Position und Zeit an immer gleicher Stelle zu finden sind. Zusätzlich zu den Koordinaten eines Sterns braucht man die eigene Position auf der Erde sowie die Zeit, in der man die Koordinaten bestimmt hat. Damit all das nicht zu kompliziert wird und die berechneten Koordinaten trotzdem auch von anderen Astronomen überall auf der Welt verwendet werden können, gibt es die sogenannte „Rektazension“ und die „Deklination“.

Entscheidend ist hier, dass man nicht die Erde als Bezugspunkt für seine Berechnungen verwendet, sondern eine gedachte und einheitliche Sphäre, die wie die Erde einen eigenen Äquator, den Himmelsäquator, hat.
Der wichtigste Punkt auf diesem Äquator ist der „Frühlingspunkt“, denn dies ist der Moment, wenn unser Stern den gedachten Horizont durchschreitet und damit sichtbar wird. Diesen Moment beobachten wir selten. Also brauchen wir diese beiden Werte, um sozusagen „zurückzurechnen“. Die Deklination ist also der auf den Himmelsäquator bezogene Winkel ausgehend vom Frühlingspunkt in Richtung Erhebung. Die Rektazension der Winkel in Richtung Aufstieg.