Die kleine Fibel für Ferngläser

Die kleine Fibel für Ferngläser
© fernglasastronomie.de

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Obwohl ein eigenes Teleskop das „Non plus ultra“ für Hobbyastronomen darstellt, greifen viele Sternengucker gerne auch auf Ferngläser zurück. Diese haben zwei wesentliche Vorteile.
Zum einen sind sie wesentlich handlicher. Lassen sich also gut mitnehmen und im Gepäck verstauen. So kann das Fernglas ohne Probleme auf die Reise mitgenommen werden.
Zum anderen spielt selbstverständlich auch der Preis eine Rolle. Nicht selten kosten die Binokulare nur einen Bruchteil von ordentlichen Teleskopen.
Die Hersteller von Ferngläsern vermerken zwar die technischen Daten in ihren Beschreibungen, doch was ein solcher Wert eigentlich bringt, können wir diesen nicht entnehmen.
Dies wollen wir heute mit unserer kleinen Fibel für Ferngläser ändern.

 

Wichtige Werte bei Ferngläsern

Die wohl wichtigsten Werte bei Ferngläsern und maßgeblich entscheidend bei der Auswahl sind der Vergrößerungsfaktor und der Durchmesser des Objektives. Meist schlicht als 20×60 (20-fache Vergrößerung, Objektivdurchmesser 60 Millimeter) oder 12×50 (12-fache Vergrößerung, Objektivdurchmesser 50 Millimeter) angegeben.
Diese Werte bestimmen sowohl wie stark wir ein Objekt „heranholen“ kann, als auch wie groß die Lichtsammelleistung des Fernglases ist. Also wie hell ein Stern sein muss, um ihn noch als solchen zu erkennen.
Besonders bei Ferngläsern ist hier Vorsicht geboten. Während bei Stativteleskopen eine hohe Vergrößerung immer von Vorteil ist, kann dies bei Ferngläsern zu Problemen führen. Sie sind schlichtweg wesentlich schwerer ruhig zu halten.

Dividiert man die beiden Werte, ergibt sich rechnerisch ein dritter, wichtiger Wert: die Austrittspupille. Dieser Wert bestimmt, wie hell das Bild dem Betrachter erscheint. Höhere Werte sind von Vorteil. So können auch dunklere Objekte einfacher erkannt werden.
Optimal ist eine einstellbare Austrittspupille, da diese den Lichtverhältnissen angepasst werden kann.

Die letzten zwei, wichtigen Angaben sind schließlich der Dämmerungswert und das Sichtfeld.
Für Astronomen ist der Dämmerungswert eine vernachlässigbare Größe, da Sterne optimalerweise bei völliger Dunkelheit betrachtet werden.
Theoretisch sagt dieser Wert aus, wie weit ein Objekt bei Dämmerung weg sein darf, um noch problemlos erkannt werden zu können.

Das Sichtfeld ist nur ein Orientierungswert, der uns sagt, wie groß das Sichtfeld (Breite x Höhe) ist, dass in der Entfernung von einem Kilometer noch betrachtet werden kann.