Wieder im Fernsehen: “Cosmos”

Wieder im Fernsehen: “Cosmos”

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Im Jahre 1980 lud uns ein renommierter Wissenschaftler in sein imaginäres Raumschiff auf eine Reise durch Raum, Zeit und an die Grenzen dessen ein, was wir als Menschen vom Weltraum wussten. Der Name der Show, “Cosmos“, war schlicht, aber einprägsam und es sollte die populärste Veröffentlichung wissenschaftlicher Themen werden, seit Albert Einstein ohne Socken durch Princeton lief.
Die “Library of Congress” zeichnete die Buchversion der Sendung sogar als “Bücher, die Amerika formten” aus. Eine Auszeichnung, die sonst nur Publikationen wie “Moby Dick” oder “The Legend of Sleepy Hollow” bekommen haben.

Präsentieren wird die Sendung Neil deGrasse Tyson, Us-amerikanischer Astrophysiker, Kosmologe und Fernsehmoderator.
Nach einer ersten Ausstrahlung in den USA auf Fox und dem “National Geographic Channel” wird Cosmos in 45 Sprachen übersetzt und in 170 Ländern der Welt ausgestrahlt.
Mittlerweile liegen zwischen beiden Sendungen 30 Jahre. Viel miteinander haben sie also nicht mehr miteinander zu tun. Dennoch ist es interessant, dass deGrasse Tyson den Moderator des Vorgängers, Dr. Carl Sagan, sogar noch persönlich gekannt hat. Zufälligerweise hat dieser ihn in das Observatorium von Cornell eingeladen, wo sie sich austauschten und eine ganze Nacht verbrachten. “Carl Sagan hat mir gezeigt, welcher Typ Mensch ich sein will [und] hat meine Karriere beeinflusst, wie kein Zweiter”.

Dr. Carl Sagan, der Mann hinter “Cosmos”

carl-saganDr. Carl Sagan wurde am 9. November 1934 in Brooklyn geboren und starb am 20. Dezember 1996 in Seattle. Er war Astronom, Exobiologe, Astrophysiker, Autor diverser wissenschaftlicher und nicht wissenschaftlicher Publikationen sowie Moderator der damals bedeutenden Fernsehserie “Cosmos” (deutscher Name: Unser Kosmos). Nach seinem Studium an der University of Chicago eröffnete er zudem ein komplett neues wissenschaftliches Feld, die Exobiologie, die sich mit den Möglichkeiten und der Erforschung außerirdischen Lebens befasst. Er ist Mitbegründer des SETI-Projekts und war verantwortlich für die “Voyager Golden Record“, eine Art Schallplatte, die Informationen über die Menschen enthält, die aus außerirdischer Sicht wichtig sein könnten. Mit 62 Jahren verstarb der Wissenschaftler an einer Myelodysplasie, sein letztes Buch wurde posthum veröffentlicht und enthält unter anderem Texte seiner Ehefrau, die seine letzten Tage beschreibt.

Dr. Carl Sagan als “Mr. X”

Abgesehen von seiner rein wissenschaftlichen Arbeit hat sich Dr. Carl Sagan noch mit vielen anderen Themen befasst. Für kaum etwas anderes entwickelte er jedoch eine solche Obsession wie für Cannabis. Unter dem Namen “Mr. X” veröffentlichte er sogar einige Publikationen, die seine Erfahrungen mit der Droge beschreiben.

“Ich lag im Zimmer eines Freundes gelangweilt auf dem Rücken und beobachtete die Muster der Schatten an der Decke, die von

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irgendeiner Topfpflanze (nicht Cannabis!) stammten. Plötzlich bemerkte ich, dass da auch noch ein extrem detailliertes Modellauto war, das deutlich von den Schatten umrissen wurde. Das machte mich skeptisch und ich versuchte, die Unterschiede zwischen Modell und Schattenwurf herauszufinden, nur um festzustellen, dass es keine gab. Danach schloss ich meine Augen und es erstaunte mich, dass sich meine Augenlider in Kinoleinwände verwandelt hatten”. Zudem sagt er: “Cannabis hat mein Interesse an Kunst deutlich gesteigert. Ein Themengebiet, das für mich vorher keinerlei Bedeutung hatte”. Wenn es ihm durch den Konsum von Cannabis möglich war, sich für Kunst zu interessieren, ist es für uns vielleicht sogar möglich, unsere Sicht auf die Astronomie und die Astrophysik zu verändern. Das wäre doch mal ein Experiment, das sich lohnt auszuprobieren. Alles was wir bräuchten, wären ein paar Hanfsamen für die Aufzucht und eine gute Wissenschaftssendung. Gibt es nicht? Was soll’s, dann nehmen wir eben “Cosmos”.

Carl Sagan begann mit dem Konsum von Cannabis etwa in seinen Mitt-Dreißigern. Obwohl er später nur noch unregelmäßig Cannabis rauchte, nutzte er die Droge sein ganzes restliches Leben lang. Er wurde zu einem der wichtigsten Cannabis-Befürworter der 80er- und 90er-Jahre.